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Bericht über die Ankunft des MTA-Bilds

Erinnerung zum MTA-Bild in der Ansprache von P. Schulte vom 8.12.1955 in der Hochschule in Schönstatt, S. 4/5:

Eine kleine geschichtliche Erinnerung: Vorher stand die Michaelsstatue auf dem Altar, die P. Provinzial Michael Kolb geschenkt hatte, von dem auch ein großer Teil der ersten, sehr einfachen Einrichtung des Kapellchens stammte; doch hatten auch andere Patres, Brüder und Wohltäter diese oder jene Kleinigkeit beigetragen zur Ausstattung, z.B. die Perlenstickerei, Altarglocke und anderes mehr.

Das neue Marienbild schenkte der Weltpriester und Ex-Jesuit Huggle, der als Lehrer für neuere Sprachen und verwandte Fächer damals am Studienheim angestellt war.

Im Auftrag des P. Rektor holten die beiden Gärtner des Studienheims, Br. Joseph Viedenz und Br. Christian Müller, die Kiste mit dem Bild am Karfreitag des Jahres 1915 auf einem Wägelchen vom Bahnhof ab. Wie mir Br. Viedenz später erzählte, hatten sie große Schwierigkeiten, von dem Beamten die Kiste herauszubekommen, da ja staatlicher, wenn auch nicht kirchlicher Feiertag war, an dem Frachtgut nicht ausgeliefert wurde; der Zähigkeit des Br. Viedenz gelang es dann aber doch nach einer recht langen Verhandlung und vielen guten Worten. So konnte das Bild am (Weißen Sonntag) 1915, dem Jahrestag der Gründung der Congregatio Maior, in der Kapelle aufgehängt werden.

Anmerkung: Der Bericht von Pater Schulte, der selbst kein Augenzeuge war, klingt recht glaubhaft, obwohl er Fragen aufwirft: Es ist nicht recht einsichtig, warum das Bild ausgerechnet am Karfreitag abgeholt werden sollte, da der nächste Festtag der Kongregation erst der Weiße Sonntag war (Jahrestag der Gründung der Marianischen Kongregation mit Aufnahme neuer Mitglieder, u.a. von Josef Engling); der Weiße Sonntag fiel 1915 auf den 11. April. Zwischen dem Karfreitag und dem Weißen Sonntag lag also noch die Osterwoche, während der man das Bild leicht hätte holen und anbringen können. Auf alle Fälle hat es im Sinne des Vorsehungsglaubens seinen Sinn, dass das Bild der Gottesmutter ausgerechnet am Karfreitag in Schönstatt ankam, wie wenn der Herr vom Kreuze aus noch einmal seine Mutter als sein Testament hinterlassen wollte.

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