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Pater Kolb über das MTA-Bild

Seit dem Jahre 1915 war … ein wesentlicher Wandel eingetreten. Wie begreiflich, wünschte man in dem Kongregationskapellchen auch ein entsprechendes Marienbild. Für Beschaffung eines solchen durch einen Maler waren jedoch die Zeiten denkbar ungünstig. Darum sah man sich gezwungen, dem Mangel auf eine möglichst leichte Weise abzuhelfen.

Einer der Lehrer unserer Studienanstalt, der Weltpriester Huggle, machte H. P. Kentenich auf ein Marienbild aufmerksam, das er bei einem Althändler in Freiburg gesehen und das er sogar zu erstehen und zu diesem Zwecke zu schenken bereit war. P. Kentenich nahm das Anerbieten gerne an, und ohne lange zu fragen, brachte er es über dem Altar der Kapelle an und stellte die Statue des hl. Erzengels Michael an die Seite, wo sie heute noch steht.

Obwohl die Sache für mich ganz überraschend kam, gab ich doch bei meinem nächsten Besuche in Schönstatt meine Zustimmung dazu. Das wurde mir später von manchen Seiten unserer Genossenschaft wohl als eines meiner größten Verbrechen angerechnet, das ich in Bezug auf Schönstatt begangen hatte. Man machte es mir zum größten Vorwurf, daß ich nicht die Madonna unseres ehrw. Stifters oder die Königin der Apostel dafür bestimmt habe. Ich wurde vom Generalat her sogar noch nach Jahren dafür verantwortlich gemacht, und man behauptete, es hinge nur an mir, es zu beseitigen und durch eines der genannten Bilder zu ersetzen.

Doch im Jahre 1929, also 14 Jahre später, mußte ich in einem Brief an den damaligen General P. Resch die Unmöglichkeit eines solchen Wechsels dartun. Ich wies dabei auf einen ähnlichen Fall in der ersten Kirche unserer Genossenschaft in New York, jener der Madonna vom Berge Karmel hin, wo man über Nacht vor deren Feste nur den häßlichen Kopf der Madonnenstatue durch einen schöneren ersetzt hatte, und worauf die Gläubigen so sehr protestierten, daß man sich gezwungen sah, den häßlichen Kopf wieder aufzusetzen. Soviel über diese für mich leidige Sache.

Pater Kolb hatte wenige Jahre davor, nämlich 1912, dafür gesorgt, daß in der Hauskapelle des neuen Studienheimes ein großes Altarbild (mater puritatis – Mutter der Reinheit) eigens durch einen Maler gefertigt wurde. Er selbst hätte also sicherlich grundsätzlich Sympathie dafür gehabt, wenn man ihm den Wunsch nach einer entsprechenden künstlerischen Neuschöpfung für das Kongregationskapellchen vorgetragen hätte, vor allem im Zuge der farbenreichen Ausmalung des Kapellchens anläßlich der Renovation im Sommer 1914. Offensichtlich kam ein solcher Vorschlag oder Wunsch nicht zum Vorschein, weil „die Zeiten denkbar ungünstig“ waren; dabei ist nicht recht einsichtig, warum die Kriegsgefahr bzw. der Kriegsausbruch für eine solche Ausmalung als „ungünstig“ angesehen werden sollte und sie verhindert hätte. Treffsicherer wird man greifen, wenn man die von P. Kolb angesprochene Ungunst der Zeiten in der Abwehr durch einige Lehrerkollegen sieht.

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